Nachtschiessen – eine neue Erfahrung 
 
Üblicher Weise versucht man, für das Schiessen die bestmöglichen Lichtverhältnisse zu nutzen  oder zu schaffen. Dies gilt natürlich auch für das Bogenschiessen. Dass es auch anders geht, haben Christiane Weferling, Tom Breslauer, Joachim Lange und Lothar Michels erlebt – und es hat Spaß gemacht. 
Der KKS „Falkenauge“ Edemissen e. V. hatte erstmalig Hillerser Bogenschützen zu seinem 9. Nachtschiessen am Samstag, 05.September 2009 nach Edemissen eingeladen.
Wir sind der Einladung gern gefolgt, ohne genau zu wissen, was auf uns zukommen sollte. Das Nachtschießen ist ein Mannschaftswettbewerb bei dem jeweils vier SchützenInnen eine Mannschaft bilden. Es werden zwei Durchgänge zu je 36 Pfeilen geschossen –wie üblich! 
Neu warfür uns, dass auf 40er Feldbogenauflagen (40 cm Durchmesser, 10 und 9 jeweils gelb, der Rest schwarz) geschossen wurde. Auf eine Scheibe waren jeweils vier Auflagen angebracht. Neu war weiterhin, dass für den ersten Durchgang die Entfernung unbekannt war und Probepfeile nicht zugelassen waren. Die Entfernung musste somit für die erste Passe geschätzt und möglichst gleich die passende Visiereinstellung gefunden werden. Für die richtige Schätzung gab es einen Sonderpreis. Bevor um 18:30 Uhr die ersten Pfeilefliegen sollten, kam von unerwarteter Seite eine weitere Schwierigkeit hinzu. Ca. eine halbe Stunde vor Schießbeginn zogen dicke Wolken auf und der Himmel öffnete seine Schleusen –also Regenjacke und Regenhose usw. auspacken und sich 
selbst möglichst wasserdicht einpacken. 
Mit einer kleinen Verzögerung ging es dann an die Schießlinie. Die spannende Frage war, habe ich die Entfernung halbwegs richtig eingeschätzt und dazu die passende Visiereinstellung gefunden. Wem das gelungen war, der konnte bereits mit den ersten Pfeilen punkten, wem nicht, der musste seine Pfeile im Rasen, im Fangnetz oder auf den Auflagen der Konkurrenten suchen. Mit den ersten Pfeilen hörte der Regen für den Rest des Abends auf und mit einbrechender Dunkelheit endete der erste Durchgang. 
Die Pause diente der Stärkung mit Bratwurst, Steak und verschieden Beilagen und die ersten Erfahrungen wurden ausgetauscht. 
Der zweite Durchgang wurde bei Dunkelheit unter Flutlicht gestartet. Zwei Flutlichter im Rücken der SchützenInnen beleuchteten die Scheiben –ungewöhnliche Lichtverhältnisse. 
Die Entfernung war bekannt. Sie betrug 18 Meter, also Hallenentfernung. Die Visiereinstellung war somit bekannt und sollte passen. Das Flutlicht von hinten, die schwarzen Feldbogenauflagen, der harte Schattenwurf auf der Scheibe und der eigene Schatten auf dem Bogen und auf der Sehne machten aber Korrekturen erforderlich und verlangten viel Konzentration. Manch vermeintlicher Treffer im Gold stellte sich bei näherer Betrachtung an der Scheibe als Täuschung durch den Schatten dar und die sicher geglaubte 10 oder 9 war nur eine 8 oder 7. 
Gegen 22:00 Uhr war der zweite Durchgang beendet und alle hatten noch einen Pfeil auf die Glücksscheibe mit dem Goldesel abzugeben. Hier zählte der Wert des getroffenen Talers – soweit überhaupt einer getroffen wurde. 
Wenn auch nicht alle mit ihren Ergebnissen zufrieden waren, ist doch festzustellen, dies ungewöhnliche Bogenturnier hat Spaß gemacht und einige hilfreiche neue Erfahrungen konnten gesammelt werden.
 
Die tatsächliche Entfernung für den ersten Durchgang betrug 35,5 Meter - fast richtig geschätzt (35 m).
 
Den Bogenschützen des KKS „Falkenauge“ Edemissen gratulieren wir zu dieser Idee, sagen Danke für die prima Organisation und hoffen auf ein Wiedersehen beim 10. Nachtschießen. 

Der Vollständigkeit halber nachfolgend die Ergebnisse der TeilnehmerInnen aus Hillerse: 
(Es gingen insgesamt 44 Schützen und Schützinnen in 11 Mannschaften an den Start.)
 
Mannschaftswertung:
1809 Ringe Platz 7 
 
Einzelwertung:
Lothar Michels 473 Ringe (207/266) Platz 28 
Tom Breslauer 468 Ringe (181/287) Platz 30 
Joachim Lange 448 Ringe (156/292) Platz 33 
Christiane Weferling 420 Ringe (163/257) Platz 35